Tuesday 23. April 2019

Inhalt:

Auf den Spuren von Franz Jägerstätter

 

Am Samstag, den 01. Juni 2019 werden sich wieder KMB-Mitglieder, Frauen und Jugendliche aus ganz Österreich auf den Weg nach St. Radegund machen, um den Seligen Franz Jägerstätter zu feiern.  Die Katholische Männerbewegung pilgert jedes Jahr zu Fuß, mit dem Rad und mit dem Auto nach St. Radegund um ein Zeichen für Zivilcourage zu setzen. Wir zeigen so unseren Respekt vor dem mutigen Seligen aus St. Radegund und unterstreichen damit, dass der Einsatz für Menschenrechte auch heute notwendig ist. Begleiten Sie uns bei unserer Sternwallfahrt und treffen Sie Männer, Frauen und Jugendliche aus ganz Österreich, denen Zivilcourage und Glaube ein wichtiges Anliegen ist.

 

Die KMB lädt im Mai jedes Jahres Männer, Frauen und Jugendliche ein, mit dem Rad nach
St. Radegund zu fahren. Der NS-Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter ist für die KMB der Anlass für Begegnung und Gebet und ein klares Zeichen für Zivilcourage heute.

Von nah und fern, aus Vorarlberg, Niederösterreich, Burgenland, Salzburg und benachbarten Orten begeben sich seit 2007 Mitglieder und Freunde der KMB zu Fuß oder mit dem Rad auf die Spuren des Martyrers Franz Jägerstätter. Begleiten Sie uns auch bei dieser einmaligen Gelegenheit Männer und Frauen aus ganz Österreich zu treffen und miteinander Zivilcourage zu bedenken.

 

Programm, Samstag, 01.06.2019

 

ab 12:00 Uhr Eintreffen beim Jägerstätter-Haus

13:30 Uhr Workshop mit Dr. Thomas Schlager-Weidinger
Professor an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz
Meistens werden wir wirksam, wenn wir davon überzeugt sind, damit
auch erfolgreich zu sein. Der Aufbau dieser „Selbstwirksamkeit“ wird
einerseits durch eigene (auch kleine) Erfolgserlebnisse und andererseits
durch Beobachtung von konstruktiven Modellpersonen (wie Jägerstätter)
begünstigt. Im Impulsreferat wird zunächst der spürbar größer gewordenen
Ohnmacht in gesellschaftspolitischen Bereichen nachgegangen und
zum anderen mögliche Schritte der eigenen Wirkkraft bedacht.

14:30 Uhr Gang zur Kirche mit Gedenkminute beim Jägerstätter-Denkmal

15:00 Uhr Gottesdienst in der Pfarrkirche
Zelebrant: Generalvikar Mag. Roland Rasser

Ab 16:00 Uhr gemütlicher Ausklang beim Gasthaus

 

Alle Informationen zur Sternwallfahrt 2019 finden Sie in unserem Online Folder: Sternwallfahrt 2019.pdf

 

 

Franz Jägerstätter und die KMB

 

Das Leben von Franz Jägerstätter ist für die Katholische Männerbewegung Anlass ein klares Zeichen Zivilcourage zu setzen. Die Beschäftigung mit der Bibel, der
Gottesdienstbesuch und der Halt in seiner Familie waren die Kraftquellen seines Lebens. Seinem religiösen Gewissen folgend, lehnte er den Kriegsdienst mit der Waffe ab und wurde 1943 hingerichtet. Jägerstätter ist Vorbild für alle Christen und Christinnen, die engagiert für Frieden und Gerechtigkeit eintreten. Sich so aktiv wie möglich in Kirche, Politik und Gesellschaft einzubringen, ist Auftrag der Katholischen Männerbewegung.

 

 

Leben um jeden Preis: Jägerstätter Wallfahrt 2018 nach St. Radegund.

 

Aus allen Richtungen kamen die Pilger per Auto, zu Fuß und vor allem mit dem Rad zum Jägerstätterhaus. Die 11. Jägerstätter Sternwallfahrt der KMB nach St. Radegund drehte sich inhaltlich um den Wert und die Würde des menschlichen Lebens.

 

 

Zeuge und Vorbild

 

Diözesanobmann DI Bernhard Steiner betonte in seinen Grußworten: „Franz Jägerstätter wäre heute sicherlich aktiver KMB‘ler. Als Mann mit Ecken und Kanten, liebevoller Vater und Familienmensch ist er besonders heute Vorbild für die Männer. Mit seiner Klarheit im Denken und Tun ist Franz Jägerstätter für uns Christen wirkmächtiger Zeuge der befreienden Kraft des Glaubens.“

In einem einstündigen Workshop zum diesjährigen Leitmotto der Wallfahrt wurde ein sehr persönlicher Zugang gewählt. Die TeilnehmerInnen waren eingeladen, dem EIGENEN Wert und der EIGENEN Würde nachzuspüren.

 

 

V.l.n.r.: Mag. Wolfgang Bögl (Theologischer Assistent der KMB Linz), Erna Putz (Jägerstätter Biografin), DI Bernhard Steiner (KMB Linz-Vorsitzender)

 

Streben nach Heiligung

 

Anschließend ging es zu Fuß auf dem Jägerstätterweg zur Kirche nach St. Radegund mit einem kurzen Innehalten beim Friedensdenkmal.

Im Gottesdienst wies Domkapitular Gerhard Auer vom Bistum Passau in seiner Predigt darauf hin, dass es Franz Jägerstätter um die Heiligung seines Lebens ging. (1 Tess 4,3). „Unsere Seligen streben nicht danach, auf einen Sockel gestellt zu werden, damit wir sie aus der Ferne anbeten können. Jägerstätter braucht keine Bewunderer, sondern Nachfolger.“ Und weiter: „Jägerstätter ist einer von denen, die uns vor Augen halten: Wie hältst Du es mit Gott? Lässt du Dein Gewissen von ihm her immer tiefer formen, Überzeugungen reifen, Haltung einnehmen?“

 

Musikalisch feierlich umrahmt wurde der Gottesdienst von den FranzSingers, einem Musikensemble unter der Leitung von Mag. Berthold Zethofer von der Pfarr Wels - St. Franziskus.

 

Franz Jägerstätter: Identifikationsfigur der KMB

 

Schon vor seiner Seligsprechung im Jahr 2007 hat die KMB begonnen, sich mit Franz Jägerstätter als Identifikationsfigur für katholische Männer zu beschäftigen. Sein Leben und auch seine Bereitschaft, für seinen Glauben und seine Überzeugungen einzutreten, sind für die KMB Anstoß und Herausforderung.

 

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde dezidiert von „unwertem Leben“ gesprochen und so die Grundlage für die Ermordung von Menschen anderer Farbe, Rasse, Religion oder sexueller Orientierung, von Kranken und Behinderten geschaffen. Ein eigentlich zufälliger Aufenthalt von Franz Jägerstätter in Ybbs an der Donau im Jahr 1941 während seiner Grundausbildung für die Wehrmacht war ein ausschlaggebender Moment für seine Entscheidung, in keiner Weise mit diesem System zu kooperieren und den Wehrdienst zu verweigern. Jägerstätter erfuhr in Ybbs vom Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten. Von August 1940 bis Mai 1941 wurden an die 2300 Patientinnen und Patienten aus der Ybbser „Heil- und Pflegeanstalt“, einem psychiatrischen Krankenhaus, nach Hartheim transportiert und dort ermordet.

 

 

Im Gedenken an Franz Jägerstätter, der für seine unerschütterliche Haltung den Preis seines eigenen Lebens zahlen musste, sieht es die KMB als eine bleibende Aufgabe, wachsam und kritisch mögliche Zeichen der Zeit zu erkennen und dort mutig aufzutreten, wo Wert und Würde des menschlichen Lebens in Frage gestellt oder bedroht werden. Auch heute begegnet uns dieses Thema in vielen aktuellen moralischen und ethischen Fragestellungen wie Pränataldiagnostik, Abtreibung bei eugenischer Indikation, Sterbehilfe, In- bzw. Exklusion bestimmter Gruppen in unserer Gesellschaft, Umgang mit Flüchtlingen und Asylwerbenden. Als Christen sind wir gefordert, Position zu beziehen und Anwälte für lebensfreundliche Wege und Lösungen zu sein.

 

„Will man denn nicht Christen sehen, die es noch fertig bringen dazustehen inmitten allen Dunkels, in überlegener Klarheit, Gefasstheit und Sicherheit, die inmitten aller Fried- und Freudlosigkeit, Selbstsucht und Gehässigkeit dastehen in reinstem Frieden und Frohmut, die nicht sind wie ein schwankendes Schilfrohr, das von jedem leichten Winde hin und her getrieben, die nicht bloß schauen, was machen meine Kameraden und Freunde, sondern sich nur fragen, was lehr zu all dem unser Glaube oder kann das Gewissen alles so ruhig ertragen, dass man niemals etwas davon zu bereuen hat.“, Franz Jägerstätter.

 

 

Mag. Wolfgang Schönleitner, Abteilungsleiter Katholische Männerbewegung

 

Video "Franz Jägerstätter Sternwallfahrt 2018 - Teilnehmerstimmen" auf Youtube:

 

Frage des Monats:

Sollen Kinder am Freitag anstatt in die Schule in Öko-Demos gehen?

 

Frage im März:

Soll es für Doping-Sportler unbedigte Haftstrafen geben?

 

22% antworteten "Ja", 28% "Nein" und 50% "Eine Sportsperre reicht".

 

Katholische Männerbewegung Österreich
A -1010 Wien, Spiegelgasse 3/II
Tel: +43.1.51552-3666, Fax: -3764 E-Mail: austria@kmb.or.at
http://www.kmb.or.at/