Samstag 18. August 2018

Inhalt:

Leben um jeden Preis: Jägerstätter Wallfahrt 2018 nach St. Radegund.

 

Aus allen Richtungen kamen die Pilger per Auto, zu Fuß und vor allem mit dem Rad zum Jägerstätterhaus. Die 11. Jägerstätter Sternwallfahrt der KMB nach St. Radegund drehte sich inhaltlich um den Wert und die Würde des menschlichen Lebens.

 

 

Zeuge und Vorbild

 

Diözesanobmann DI Bernhard Steiner betonte in seinen Grußworten: „Franz Jägerstätter wäre heute sicherlich aktiver KMB‘ler. Als Mann mit Ecken und Kanten, liebevoller Vater und Familienmensch ist er besonders heute Vorbild für die Männer. Mit seiner Klarheit im Denken und Tun ist Franz Jägerstätter für uns Christen wirkmächtiger Zeuge der befreienden Kraft des Glaubens.“

In einem einstündigen Workshop zum diesjährigen Leitmotto der Wallfahrt wurde ein sehr persönlicher Zugang gewählt. Die TeilnehmerInnen waren eingeladen, dem EIGENEN Wert und der EIGENEN Würde nachzuspüren.

 

 

V.l.n.r.: Mag. Wolfgang Bögl (Theologischer Assistent der KMB Linz), Erna Putz (Jägerstätter Biografin), DI Bernhard Steiner (KMB Linz-Vorsitzender)

 

Streben nach Heiligung

 

Anschließend ging es zu Fuß auf dem Jägerstätterweg zur Kirche nach St. Radegund mit einem kurzen Innehalten beim Friedensdenkmal.

Im Gottesdienst wies Domkapitular Gerhard Auer vom Bistum Passau in seiner Predigt darauf hin, dass es Franz Jägerstätter um die Heiligung seines Lebens ging. (1 Tess 4,3). „Unsere Seligen streben nicht danach, auf einen Sockel gestellt zu werden, damit wir sie aus der Ferne anbeten können. Jägerstätter braucht keine Bewunderer, sondern Nachfolger.“ Und weiter: „Jägerstätter ist einer von denen, die uns vor Augen halten: Wie hältst Du es mit Gott? Lässt du Dein Gewissen von ihm her immer tiefer formen, Überzeugungen reifen, Haltung einnehmen?“

 

Musikalisch feierlich umrahmt wurde der Gottesdienst von den FranzSingers, einem Musikensemble unter der Leitung von Mag. Berthold Zethofer von der Pfarr Wels - St. Franziskus.

 

Franz Jägerstätter: Identifikationsfigur der KMB

 

Schon vor seiner Seligsprechung im Jahr 2007 hat die KMB begonnen, sich mit Franz Jägerstätter als Identifikationsfigur für katholische Männer zu beschäftigen. Sein Leben und auch seine Bereitschaft, für seinen Glauben und seine Überzeugungen einzutreten, sind für die KMB Anstoß und Herausforderung.

 

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde dezidiert von „unwertem Leben“ gesprochen und so die Grundlage für die Ermordung von Menschen anderer Farbe, Rasse, Religion oder sexueller Orientierung, von Kranken und Behinderten geschaffen. Ein eigentlich zufälliger Aufenthalt von Franz Jägerstätter in Ybbs an der Donau im Jahr 1941 während seiner Grundausbildung für die Wehrmacht war ein ausschlaggebender Moment für seine Entscheidung, in keiner Weise mit diesem System zu kooperieren und den Wehrdienst zu verweigern. Jägerstätter erfuhr in Ybbs vom Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten. Von August 1940 bis Mai 1941 wurden an die 2300 Patientinnen und Patienten aus der Ybbser „Heil- und Pflegeanstalt“, einem psychiatrischen Krankenhaus, nach Hartheim transportiert und dort ermordet.

 

 

Im Gedenken an Franz Jägerstätter, der für seine unerschütterliche Haltung den Preis seines eigenen Lebens zahlen musste, sieht es die KMB als eine bleibende Aufgabe, wachsam und kritisch mögliche Zeichen der Zeit zu erkennen und dort mutig aufzutreten, wo Wert und Würde des menschlichen Lebens in Frage gestellt oder bedroht werden. Auch heute begegnet uns dieses Thema in vielen aktuellen moralischen und ethischen Fragestellungen wie Pränataldiagnostik, Abtreibung bei eugenischer Indikation, Sterbehilfe, In- bzw. Exklusion bestimmter Gruppen in unserer Gesellschaft, Umgang mit Flüchtlingen und Asylwerbenden. Als Christen sind wir gefordert, Position zu beziehen und Anwälte für lebensfreundliche Wege und Lösungen zu sein.

 

„Will man denn nicht Christen sehen, die es noch fertig bringen dazustehen inmitten allen Dunkels, in überlegener Klarheit, Gefasstheit und Sicherheit, die inmitten aller Fried- und Freudlosigkeit, Selbstsucht und Gehässigkeit dastehen in reinstem Frieden und Frohmut, die nicht sind wie ein schwankendes Schilfrohr, das von jedem leichten Winde hin und her getrieben, die nicht bloß schauen, was machen meine Kameraden und Freunde, sondern sich nur fragen, was lehr zu all dem unser Glaube oder kann das Gewissen alles so ruhig ertragen, dass man niemals etwas davon zu bereuen hat.“, Franz Jägerstätter.

 

 

Mag. Wolfgang Schönleitner, Abteilungsleiter Katholische Männerbewegung

 

Video "Franz Jägerstätter Sternwallfahrt 2018 - Teilnehmerstimmen" auf Youtube:

 

Frage des Monats:

Ist der Mensch schuld an Klimawandel?

 

Frage im Juli:

Sind Sie gegen den 12-Stunden-Arbeitstag??

51% antworteten "Ja, sicher"; 19% "Nein, gute Idee", 30% "Das ist nichts Neues".

 

 

 

Katholische Männerbewegung Österreich
A -1010 Wien, Spiegelgasse 3/II
Tel: +43.1.51552-3666, Fax: -3764 E-Mail: austria@kmb.or.at
http://www.kmb.or.at/