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von der Sommerakademie 2011 Bad Tatzmannsdorf – Vom 13. bis 16. Juli 2011 hielt die KMBÖ ihre 25. Sommerakademie im Burgenländischen Kurort Bad Tatzmannsdorf. „Ein Jubiläum, auf das wir stolz sind. Die 25. Sommerakademie sagt uns, dass diese Veranstaltung eine beachtliche Tradition hat, und ich glaube, dass sie auch eine beachtliche Wirkgeschichte nachweisen kann. “, sagte Leopold Wimmer, Vorsitzender der KMBÖ, und erinnerte daran: „Wir greifen nicht nur die Themen der Zeit auf, sondern sind bisweilen auch der Zeit voraus.“ So hatte es auf einer KMBÖ-Sommerakademie schon vor dem 11. September 2001 einen interreligiösen Dialog über Glauben und Toleranz zwischen Erzbischof Alois Kothgasser und Anas Schakfeh, dem damaligen Vorsitzenden der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, gegeben. „Auch das Thema ‚Ehrenamt’ gehört für eine Bewegung wie die KMBÖ zum tiefsten Selbstverständnis, nicht nur im ‚Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit’“, so Wimmer. Perner: „Natürliche Tabus dienen dem Leben, künstliche sind Teil einer Kultur des Todes“ Das Einführungsreferat hielt die Psychoanalytikerin und Juristin Rotraud Perner über „Sinn und Unsinn von Tabus“. Sie unterschied zwischen „natürlichen“ und „künstlichen“ Tabus. Natürliche Tabus seien dort, wo einem etwas kostbar ist: „Dort nähern wir uns mit Scheu und Ehrfurcht.“ In der Erzählung von Mose beim brennenden Dornbusch (Exodus 3) werde dies deutlich. Das setze ein Gefühl für die Situation voraus, es erfordere Aufmerksamkeit und Behutsamkeit. „Doch in den Medien zählt dies nicht“, so Perner, „Durchsetzungskraft, respektlose Verletzung und Überwindung werden als Vorbild hingestellt.“ Bei künstlichen Tabus gebe es keine selbstbestimmte Scheu der Annäherung, sondern jemand anderer sagt, du darfst nicht: „Jemand hat Interesse daran, dass man nicht die volle Wahrnehmung hat. Natürliche Tabus dienen dem Leben, künstliche sind Teil einer Kultur des Todes“, sagte Perner. Perner zeigte auf, wie wichtig es sei, künstlichen Tabus Namen zu geben: Seit es etwa die Begriffe „Stalking, Burnout oder Mobbing“ gebe, bestehe auch die Möglichkeit, sich aktiv damit auseinanderzusetzen und Position zu beziehen. Perner wies dabei auf einen Unterschied der Geschlechter hin: Frauen werden tendenziell eher auf Tabus aufmerksam, nennen sie um des Friedens Willen aber nicht beim Namen; Männer halten sich aus diesen Situationen heraus, sie spürten deren Bedrohlichkeit nicht. Spirituelle Gesundheit „Selbstbewusstes Auftreten
ist für die spirituelle Gesundheit wichtig“, schrieb Perner sowohl
den Zuhörerinnen und Zuhörern, als auch der Männerbewegung
insgesamt ins Stammbuch. „Sie spüren, wenn etwas nicht stimmig ist.
Unterwerfen Sie sich nicht dem Gruppendruck, aber gehen Sie über
eine plakative Trennung von Tätern und Opfern hinaus. Seien Sie achtsam
auf Ihre eigenen Anteile als Täter und Opfer.“ Tabus – privat, gesellschaftlich und in der Kirche Auf der 25. Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung in Bad Tatzmannsdorf verbrachten 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Österreich einen „Urlaub mit Inhalt“. Themen der Tagung waren„Tabus im persönlichen Umfeld“ – Tod und Alkoholismus – sowie Tabus im gesellschaftlichen und kirchlichen Bereich. Über den Tod an Europas Außengrenzen sowie die Behandlung von Asylsuchenden in Österreich sprachen der Menschenrechtsaktivist Elias Bierdel und Mary Kreutzer, Journalistin und Leiterin von Missing Link (Asyl und Integration der Caritas Wien). Zu Fragen der Kirche standen der Religionspädagoge Anton Bucher, der Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger sowie die Ehe- und Familienberaterin Karin Remsing als Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner zur Verfügung. Die Themen der Sommerakademie werden der Schwerpunkt in der Runden- und Pfarrarbeit des kommenden Arbeitsjahres in den Gruppen der Katholischen Männerbewegung sein. Die
Vorträge und Diskussionen können Sie hier als mp3. hören
oder downloaden: Tabus
im kirchlichen Umfeld Arbeitsgruppen:
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